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Sirius Minds “Cases and Insights”, Ausgabe Nr. 1/2019

TOKEN ECONOMICS:

Gestaltungs- und Wirkungsdimensionen von Blockchain-Token

von Heike Marita Hölzner und Cosima Alexandra Blazickova

Die Blockchain ist eine komplexe Basistechnologie, um die sich viele Mythen und Missverständnisse ranken. Ihre Verfechter gehen davon aus, dass sie sich ähnlich disruptiv auf unsere Wirtschaft und Gesellschaft auswirken wird, wie die Einführung des Internets. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang des Instrument des Token, einer systeminternen Währung die den Tausch von Leistung und Rechten ermöglicht, aber auch mit bestimmten Funktionen verbunden werden kann. Der Artikel von Hölzner und Blazickova fokussiert sich auf die Funktionen und Wirkungsweisen von Blockchain- Token und leistet darüber einen Beitrag zum besseren Verständnis  und sinnvollen Nutzung einer Blockchain.

Dabei wird ein Vorschlag für ein Analyseinstrument unterbreitet, das zur besseren Abgrenzung unterschiedlicher Token-Arten dienen soll.  Der Artikel und die darin aufgeworfenen, verhaltenswissenschaftlich motivierten Fragen, bilden den Grundstein für ein umfassendes Forschungsprogramm.

Veröffentlichungsdatum: 25.03.2019

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Wie der Mittelstand die Digitalisierung erfolgreich anpackt

Eine Studie des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und Sirius Minds hat Strategien, mit denen mittelständische Unternehmen die digitale Transformation bewältigen, qualitativ untersucht.

Download der Studie (PDF) hier

Berlin, 28. März 2019 – Ob intelligente Müllentsorgung mittels einer Smartphone-App, der Aufbau einer Internet of Things-Plattform zu Zwecken der Produktivitätssteigerung oder Smart Glasses für besseren Kundenservice: Im deutschen Mittelstand gibt es viele digitale Vorreiter, die ihre Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle gewinnbringend transformiert haben. Das zeigt die aktuelle Studie „Digitale Innovation im Mittelstand: Fallbeispiele erfolgreicher Digitalisierungsprojekte“ des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und Sirius Minds anhand von mittelständischen Unternehmen aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Die Studie macht auch deutlich, dass es kaum Standardlösungen für die digitale Transformation gibt. Gerade weil die Welt der kleinen und mittelgroßen Unternehmen so vielfältig ist, bedarf es in der Regel spezifisch zugeschnittener Lösungen für die stets individuellen Herausforderungen.

„Der Mittelstand wird häufig dafür kritisiert, dass er die Digitalisierung verschlafen würde. Dabei wird leicht übersehen, dass er gerne im Verborgenen innoviert“, erklären Prof. Dr. Martin Wrobel und Prof. Dr. Alexander Nicolai, die Autoren der Studie. „Die fünf mittelständischen Unternehmen unserer Studie stehen Großkonzernen in puncto digitale Innovation in nichts nach. Im Gegenteil, sie sind ihnen in einigen Bereichen sogar einen Schritt voraus. So zeigen unsere Beispiele, dass die projektbezogenen Digitalisierungsinitiativen der Mittelständler deutlich näher am Kunden stattfinden und meist enger mit dem Kerngeschäft verzahnt sind, als dies in Großkonzernen typischerweise der Fall ist“, ergänzen die Autoren.

Die für die Studie ausgewählten Unternehmen sollten eine möglichst große Bandbreite erfolgreicher Digitalisierungsprojekte abdecken. So repräsentieren die untersuchten Fallbeispiele unterschiedliche Branchen, bedienen verschiedene Kundensegmente und unterscheiden sich in den funktionalen Bereichen, in denen die Digitalisierungsprojekte stattfinden. Einer der vorgestellten Mittelständler  implementierte zum Beispiel in ein digitales Wiki als Arbeitsplattform, um seine Arbeitskultur zu verändern, während ein anderes Unternehmen eine Online-Anzeigenplattform durch eine Beteiligung an einem Internet-Startup integrierte.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind ab dem 28. März online einsehbar. Das der Studie zugrunde liegende Projekt „Digitale Innovation im Mittelstand“ verfolgt einen Open-Science-Ansatz und hat bereits im Zeitraum der Untersuchung erste Ergebnisse auf dem Digital Society Blog des HIIG geteilt. Ebenso wurden Interviews mit den beteiligten UnternehmerInnen zu den Digitalisierungsprojekten veröffentlicht und es ist ein Dossier zu „Digitale Innovation und Unternehmertum“ erschienen.

Die Studie wurde durch die HypoVereinsbank unterstützt.

Download der Studie (PDF) hier

Pressekontakt: Tina Menke | Tel. +49 (0) 441 – 559 701 100 | tina@sirius-minds.com

Über das HIIG

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) erforscht die Entwicklung des Internets aus einer gesellschaftlichen Perspektive, um die damit einhergehende Digitalisierung aller Lebensbereiche besser zu verstehen. Als erstes Forschungsinstitut in Deutschland mit einem Fokus auf Internet und Gesellschaft hat das HIIG ein Verständnis erarbeitet, das die Einbettung digitaler Innovationen in gesellschaftliche Prozesse betont. Basierend auf dieser transdisziplinären Expertise und als Teil des Global Network of Interdisciplinary Internet & Society Research Centers will das HIIG eine europäische Antwort auf den digitalen Strukturwandel entwickeln.

Das HIIG wurde 2011 von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Universität der Künste Berlin (UdK) und vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) gegründet mit dem Hans-Bredow-Institut Hamburg als integrierter Kooperationspartner. Die ForschungsdirektorInnen des Instituts sind Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf Pernice, Prof. Dr. Björn Scheuermann, Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer und Prof. Dr. Wolfgang Schulz.

Über Sirius Minds

Die Sirius Minds GmbH ist eine Ideenschmiede, in der kontinuierlich Trends analysiert und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. An seinen Standorten in Berlin und Oldenburg bietet das Unternehmen ein umfangreiches Trainings-, Workshop- und Beratungsangebot an, das sich an Startups und etablierte Unternehmen richtet. Seit 2012 führt Sirius Minds darüber hinaus im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Managementseminare für deutsche und israelische Tech-Startups durch. Dabei blickt das Team auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Arbeit mit agilen Methoden zurück. Sirus Minds unterstützt sowohl mittelständische als auch Großunternehmen in Fragen der digitalen Transformation, Innovation und Geschäftsmodellentwicklung.

Sirius Minds wurde als An-Institut der Universität Oldenburg gegründet und wird von Prof. Dr. Alexander Nicolai und Prof. Dr. Heike Hölzner geleitet.

 

 

 

 

 Are Founder-Led Firms Less Susceptible to Managerial Myopia?

We’re pleased to welcome authors Charlotte L. Schuster of Technical University of Dresden, Alexander T. Nicolai of the University of Oldenburg, and Jeffrey G. Covin of Indiana University. They recently published an article in Entrepreneurship Theory and Practice entitled “Are Founder-Led Firms Less Susceptible to Managerial Myopia?,” which is currently free to read for a limited time. Below, they briefly write about the motivation and impact of their research.

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What motivated you to pursue this research?

“Over the last two decades, critical concern among academics and practitioners increased that managers act myopically. This criticism refers to managers sacrificing a company’s long-term for its’ short-term goals – often expressed in cutting R&D expenses to meet earnings targets. Among the most cited reasons for managerial myopia in management research are short decision horizons of opportunistic managers. While existing research in different disciplines mainly focused on “professional” managers and CEOs of publicly listed companies, it is not clear whether myopic management practices also apply to founder-CEOs. Founders might differ inherently from salaried managers in terms of passion and intrinsic motivation, incentive structure, and duration in the company. This motivated us to analyze empirically whether founder-CEOs who built up a company and accompanied it from its early stage through and beyond the company’s IPO are, indeed, less susceptible to managerial myopia than nonfounder-CEOs.”

Were there any specific external events—political, social, or economic—that influenced your decision to pursue this research?

“Several recent events suggested that managerial myopia is prevalent among very big companies. For instance, the German Automotive Manufacturer Volkswagen gained negative publicity with the systematic manipulation of emission values on the test stand. By risking an immense image loss in the long run and the payment of high conversion and compensation costs to customers in the medium term, the company preferred to save R&D expenses in the short term and, thus, forewent the process of developing a better technology.

In contrast to professional managers, founders often claim to be long-term oriented. They seem to be more interested in demonstrating and pursuing a long-term vision for the company than committing to short-term earnings goals. For example, Jeff Bezos, founder and CEO of Amazon.com took losses for years and withstood the capital market pressure to make quick profits in order to realize his vision of building up the company. In a similar vein, Elon Musk, founder and CEO off Tesla Motors and SpaceX, is known for trying to win support for his views – ignoring the earnings expectations of the capital market.

Such contradicting company examples further motivated us to explore the investment behavior of founder- versus nonfounder-led firms in the context of short-term earnings goals.”

In what ways is your research innovative, and how do you think it will impact the field?

“Our study is the first to examine the phenomenon of managerial myopia in the context of founder- versus nonfounder-led firms. We leverage insights drawn from agency theory and stewardship theory as bases for explaining both a specific myopic earnings management practice as well as the influence of CEO founder status on the likelihood of this practice occurring. Specifically, our study contributes to knowledge based on corporate governance and entrepreneurship research that employs stewardship theory to explain the behavior of individuals who place their firms’ interests above their own self-interests. While we did not find a negative relationship between stock ownership and myopic R&D cuts as agency theory would suggest, our results document the influence of founder status as a factor associated with CEOs being good stewards of their firms’ assets, congruent with the stewardship theory position regarding founder-CEOs’ behavior. Our empirical results shed light on how firms can benefit from founder management and illuminate the financial conditions under which potentially detrimental earnings management practices may surface. Thus, our study contributes to a growing understanding of how and why founder management can well serve a firm’s long-term interests.”

Prof. Dr. Alexander Nicolai  Gründer und wissenschaftlicher Leiter sowie Founder und Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Uni Oldenburg. Den Kontakt zur wirklichen Welt hält er in der Beratung, Risikokapitalfinanzierung und in eigenen Gründungsprojekte. Mission: das Beste aus der Start-up und Corporate-Welt vereinen. #co-founder #visionär #stratege

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Managen wie ein Hipster: Sie haben sich damit beschäftigt, was Unternehmen von Start-ups lernen können. Also weg mit der Krawatte und rein ins Meeting mit Sneakers?

Alexander Nicolai: Es bedeutet schon mehr. Vor allem in den digitalen Märkten waren Start-ups sehr erfolgreich. Große Unternehmen fragen sich: Wie schaffen es ein paar Studenten mit ihrer Gründung den Markt aufzurollen und wir nicht? Damit hat sich erstmalig die Richtung des Lernens umgedreht. Früher haben die Start-ups geschaut, was sie von den etablierten Unternehmen lernen können.

Jetzt – und zwar auf internationaler breiter Front – beginnt das Interesse an Start-ups zu wachsen. Das betrifft durchaus auch Unternehmenskulturen und neue Formen der Arbeit. Es geht aber deutlich darüber hinaus. Der Kern ist, wie man erfolgreich Innovationen in den Markt bekommt. Da sind Start-ups zur zentralen Inspirationsquelle geworden.

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